Kann LDL-Cholesterin einen Herzinfarkt verursachen?

Herzinfarkt – eine Folge von erhöhtem LDL-Cholesterin?

Sie fragen sich, wie ein Herzinfarkt durch zu viel „schlechtes“ LDL–Cholesterin im Blut ausgelöst werden kann? Hier finden Sie die passenden Antworten zum unmittelbaren Zusammenhang zwischen Cholesterin und Herzinfarkt.

Jeder Herzinfarkt hat eine Vorgeschichte

Für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann eine Arterienverkalkung (Atherosklerose) die Ursache sein. Schädliches LDL-Cholesterin lagert sich u.a. zusammen mit weißen Blutkörperchen in den Gefäßwänden der Arterien ein und verengt diese. Je mehr LDL-Cholesterin im Körper zirkuliert, desto mehr Ablagerungen (Plaques) können in den Arterien entstehen.
Oft bleiben die Cholesterinablagerungen in den Arterien zunächst vollkommen unbemerkt. Doch es besteht das Risiko, dass sich die Ablagerungen so ausprägen, dass der Blutfluss gestört ist oder dass sich kleine Teile von den Ablagerungen ablösen. Diese fließen dann mit dem Blut in weitere, kleinere Gefäße und können diese verschließen. Werden Blutgefäße, die das Herz mit Blut versorgen, verengt oder komplett verschlossen, kann ein Herzinfarkt die Folge sein.1,2,3
Sie fragen sich, wie sich ein Herzinfarkt bemerkbar macht? Bei folgenden Zeichen im Herzbereich oder im Brustkorb sollten Sie sofort an einen Herzinfarkt denken und direkt den Notarzt rufen:4
  • Starke Schmerzen, die mindestens fünf Minuten anhalten und teilweise in andere Körperregionen ausstrahlen, zum Beispiel in die Arme, den Oberbauch und in den Rücken und Hals
  • Massives Engegefühl im Herzbereich
  • „Unspezifische Anzeichen“ wie Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Schmerzen im Oberbauch, wenn diese in nie zuvor erlebtem Ausmaß auftreten.
  • Kalte, fahle Haut und Angstschweiß
Zum besseren Verständnis haben wir für Sie hier die Unterschiede zwischen HDL- und LDL-Cholesterin einmal kurz zusammengefasst.
Herzinfarktrisiko reduzieren: Ehepaar beim Wandern in der Natur

Sie hatten schon einen Herzinfarkt?

Wenn Sie bereits einen Herzinfarkt hatten, gehören Sie zur Gruppe der sogenannten Hochrisikopatienten. Das heißt, das Risiko, dass sich bei Ihnen ein weiterer Herzinfarkt ereignet, ist deutlich erhöht.5 Gerade in dieser Situation ist es für Sie besonders wichtig, das LDL-Cholesterin in Ihrem Blut zu kontrollieren und zu senken. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erklären, wie Sie am besten vorgehen, um Ihr Ziel dauerhaft zu erreichen.1,2,3
Wussten Sie schon …?
Wenn Sie bereits einen Herzinfarkt hatten oder Ihr Cholesterinspiegel erblich bedingt zu hoch ist, empfehlen Mediziner einen LDL-Cholesterinwert von weniger als 70 mg/dl bzw. 1,8 mmol/l, um das Herzinfarktrisiko zu verringern. Dieser lässt sich zum einen durch eine gesunde Ernährung und aktive Lebensweise, zum anderen durch eine begleitende medikamentöse Therapie erreichen.1,2,3

Ärztin beantwortet Fragen rund um hohe Cholesterinwerte
Ihr Arztbesuch steht an? Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf das Thema Cholesterin an! Als kleine Unterstützung haben wir für Sie ein paar wichtige Fragen zum Ausdrucken und Mitnehmen zusammengestellt:

Fragen an den Arzt

Worauf es nach einem Herzinfarkt ankommt

Nach einem Herzinfarkt werden Sie von Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt eingehend medizinisch beraten und medikamentös eingestellt. Um das Herzinfarktrisiko und das Risiko für weitere Folgeerkrankungen in Zukunft noch weiter zu verringern, können Sie auch persönlich eine Menge beitragen:
  • Führen Sie ein aktives Leben, bewegen Sie sich regelmäßig und treiben Sie Sport. Gerade Ausdauersportarten haben sich als geeignet erwiesen, um einen erkrankten Herzmuskel zu stärken.6
  • Naschen in Maßen ist ausdrücklich erlaubt! Wenn es Schokolade sein soll, wählen Sie die dunklen Sorten mit hohem Kakaoanteil. Einige Inhaltsstoffe von Kakao können die Elastizität der Blutgefäße begünstigen und haben eine positive Wirkung auf den Blutdruck.4
  • Lassen Sie Sex kein Tabu sein. Auch wenn Sex die Herzfrequenz und den Blutdruck ansteigen lässt, gilt dies meist nur für wenige Sekunden. Geschlechtsverkehr ist nur sehr selten die Ursache für einen Herzinfarkt.4
  • Lassen Sie einen gesunden Lebensstil in Ihren Alltag einziehen und senken Sie Ihr LDL-Cholesterin. Dazu gehört neben einer ausgewogenen Ernährung mit ausgewählten Lebensmitteln auch, dass Sie Ihr Körpergewicht reduzieren. Auch weitere Risikofaktoren wie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sollten Sie meiden.7,8
Weitere nützliche Tipps, wie Sie Ihren Lebensstil positiv verändern können, um in Zukunft das Herzinfarktrisiko durch hohes LDL-Cholesterin zu reduzieren, haben wir hier für Sie zusammengestellt: Gesunder Lebensstil

Lorkowski

Rat vom Experten

Prof. Dr. Stefan Lorkowski, Professor für die Biochemie der Ernährung an der Universität Jena, spricht über die neuesten Erkenntnisse der Forschung und gibt zahlreiche Tipps für eine gesunde Ernährung und einen aktiven Lebensstil.

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Ihr persönlicher Risiko-Check:
Frage #10
Haben Sie einen oder mehrere Stents (Gefäßstützen in den Herzkranzgefäßen)?
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  1. Catapano AL et al. European Heart Journal 2016; 37:2999-3058
  2. Di Pietro N et al. Physiology and pathophysiology of oxLDL uptake by vascular wall cells in atherosclerosis. Vascul Pharmacol 2016; 84: 1-7
  3. Grundy SM et al. Assessment of Cardiovascular Risk by Use of Multiple-Risk-Factor Assessment Equations. J Am Coll Cardiol 1999;34:1348–59.
  4. Deutsche Herzstiftung e.V. Diese Alarmsignale muss jeder kennen. https://www.herzstiftung.de/Anzeichen-Herzinfarkt.html. Abgerufen am 19.06.2018
  5. Hess CN et al. Differential occurrence, profile, and impact of first recurrent cardiovascular events after an acute coronary syndrome. Am Heart J 2017; 187:194-203. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ahj.2017.01.016. Abgerufen am 30.07.2018
  6. Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK): Leben mit Herzerkrankungen. https://www.bnk.de/leben-mit-herzerkrankungen.html. Abgerufen am 19.06.2018
  7. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen in der Ärztlichen Praxis. https://www.lipid-liga.de/fuer-aertze/empfehlungen. Abgerufen am 27.072018
  8. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. www.lipid-liga.de/wp-content/uploads/7052_Cholesterin-Ratgeber_6.Aufl_2017.pdf. Abgerufen am 27.07.2018

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