Herzinfarkt: LDL-Cholesterin erhöht das Risiko

Das Risiko für ein Folgeereignis von Herzinfarkt reduzieren

Ein gesunder Lebensstil, Stress meiden, sich Unterstützung holen vom Arzt, der Familie oder Gleichgesinnten und eine regelmäßige Medikamenteneinnahme – wenn Sie diese Maßnahmen beachten, stehen die Chancen gut, dass Sie einen erneuten Herzinfarkt vermeiden.

Runter mit dem LDL-Cholesterin: das Risiko verringern

Ein Herzinfarkt ist ein einschneidendes Erlebnis – für Sie selbst, aber auch für Ihre Angehörigen und Freunde. Auch wenn alles gut gegangen ist, bleibt die Sorge: Passiert mir das wieder? Fakt ist: Wenn Sie bereits einen Herzinfarkt hatten, ist bei Ihnen das Risiko für einen erneuten Vorfall um das Zwei- bis Dreifache erhöht.1
Die Prognose hängt dabei zu einem Großteil von Ihrem Verhalten und Ihrem Lebensstil ab.
Da ein Herzinfarkt maßgeblich auf Gefäßschädigungen zurückzuführen ist, ist der Schutz der Blutgefäße eine wichtige Maßnahme, um weitere Vorfälle zu vermeiden. Und das bedeutet auch: Runter mit dem LDL-Cholesterin. An allererster Stelle steht also, Ihren Cholesterinwert zu kontrollieren, wenn nötig weiter zu senken und dann auf einem relativ niedrigen Niveau zu halten.2
Mann am Laufband, um durch körperliche Aktivität erneuten Herzinfarkt oder Schlaganfall zu vermeiden
Wussten Sie schon …?
Wenn Sie bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, gelten Sie als Hochrisikopatient für ein erneutes Ereignis. Für Patienten in dieser Situation empfehlen Mediziner einen LDL-Cholesterinwert von weniger als 70 mg/dl bzw. 1,8 mmol/l.3

Alte Gewohnheiten ad acta legen: Änderung des Lebensstils

Auch wenn es zunächst schwerfällt: Eine Änderung des Lebensstils ist nun unverzichtbar. Legen Sie Ihrer Gesundheit zuliebe alte Gewohnheiten und gegebenenfalls Laster ad acta und behalten Sie Ihre Ernährung, Ihr Körpergewicht und auch Ihre körperlichen Aktivitäten bewusst im Blick.4
Holen Sie sich dafür auch gerne Unterstützung von anderen. Es kann hilfreich sein, wenn sich zum Beispiel die ganze Familie gesünder ernährt oder wenn Sie sich mit Freunden zu gemeinsamen sportlichen Aktivitäten treffen.5

Mann fährt Fahrrad, da regelmäßige Bewegung zu hohe Cholesterinwerte verringern kann
Wie kann ich meinen Lebensstil gesünder gestalten?
Und wie sieht eine gesunde Ernährung aus? Das erfahren Sie im Text „Gesunder Lebensstil“. Das Besondere: Hier finden Sie beispielsweise auch ein leckeres Rezept zum Nachkochen sowie einen Videobeitrag mit einer Expertenmeinung zum Thema „Ernährung und Bewegung“.

Gesunder Lebensstil

Möglicherweise haben Sie nach Ihrem Schicksalsschlag nun Sorge, dass Sport Ihren Körper zu sehr belasten und Ihnen schaden könnte. Wenn Sie unsicher sind, welcher und wie viel Sport für Sie geeignet ist, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, langsam anzufangen und die körperliche Belastung allmählich zu steigern.6,7
Gut betreut in speziellen Reha-Sportgruppen
In einer Gruppe ist vieles leichter: Herzpatienten finden in ganz Deutschland in Ihrer Nähe eine ärztlich betreute und durch einen qualifizierten Übungsleiter geleitete Herzsport-Gruppe, die sich mindestens einmal pro Woche zum Rehabilitationssport trifft. Die Gruppen setzen auf einen ganzheitlichen Ansatz, sodass auch Stressbewältigung, Entspannungsverfahren, gesunde Ernährung und Gewichtsreduktion auf dem Programm stehen.
Weitere Infos gibt es über die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V.

Kontinuierlich und konsequent: Medizinische Betreuung

Bei bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine engmaschige medizinische Betreuung besonders wichtig, um das Risiko eines Folgeereignisses wie einen erneuten Herzinfarkt zu verringern. Vermutlich werden Sie auch regelmäßig Medikamente nehmen müssen, die mit verschiedenen Wirkmechanismen Ihr Cholesterin senken können. Besprechen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welches Medikament in welcher Dosierung speziell für Sie in Ihrer Situation geeignet ist, um Ihren Zielwert zu erreichen, und wie Sie zusätzlich das Herzinfarktrisiko reduzieren können.8

Frau liest in einer Zeitschrift, dass sich LDL-Cholesterin durch verschiedene Therapiemöglichkeiten senken lässt

Cholesterin zu hoch: Welche Medikamente helfen?

Hier finden Sie eine Übersicht über gängige Therapiemöglichkeiten.

Therapiemöglichkeiten

Unser Tipp: Bleiben Sie auf dem Laufenden!
Bei Fragen rund um die Hypercholesterinämie und mögliche Folgeerkrankungen können Fachgesellschaften und Patientenorganisationen mit aktueller Information weiterhelfen. Wir haben Ihnen eine Liste mit nützliche Links und Adressen zusammengestellt.

Kopf hoch: So meistern Sie Ihre neue Lebensweise

Wie sehr ein negatives Lebensereignis unser Wohlbefinden beeinflusst, ist individuell sehr verschieden. Hierbei spielt das Stichwort „Resilienz“ eine große Rolle. Gemeint ist damit die psychische Widerstandskraft, um Krisen zu bewältigen. Doch eine positive Grundhaltung können Sie sich mit ein bisschen Übung auch selbst beibringen.
Denken Sie optimistisch: Gedanken wie „Ich schaffe das!“ oder „Alles wird gut“ beruhigen und machen Mut. Und denken Sie so oft es geht: „Durch meine gesündere Lebensweise und mithilfe der Therapie werden sich meine Blutwerte bessern.“9

Familie und Freunde machen stark

Zusammen ist man weniger allein: Reden Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden auch darüber, was Sie alles ändern wollen – vielleicht macht ja der eine oder andere gleich mit? Eine gesündere Lebensweise und mehr Bewegung kommen so auch den Menschen zugute, die Ihnen wichtig sind.
Unser Tipp: Darüber reden
Eine Selbsthilfegruppe kann sinnvoll sein, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Krankenkasse nach Anlaufstellen; auch im Internet werden Sie fündig.

Ihr persönlicher Risiko-Check:
Frage #12
Hatten Sie bereits einen Herzinfarkt?
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Mann mit erhöhtem LDL-Cholesterin baut ein Holzpferd und denkt über den Zusammenhang von Cholesterin und Herzinfarkt nach

Rainer Huber, 63

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  1. Hess CN et al. Differential occurrence, profile, and impact of first recurrent cardiovascular events after an acute coronary syndrome. Am Heart J 2017; 187:194-203. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ahj.2017.01.016.
  2. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. https://www.lipid-liga.de/wp-content/uploads/7052_Cholesterin-Ratgeber_6.Aufl_2017.pdf. Abgerufen am 26.07.2018
  3. Catapano AL et al. European Heart Journal 2016; 37:2999-3058
  4. WHO, Risk factors coronary heart disease and stroke http://www.who.int/cardiovascular_diseases/en/cvd_atlas_03_risk_factors.pdf.
  5. https://www.gesundheitsinformation.de/was-kann-ich-selbst-fuer-meine-herzgesundheit-tun.2170.de.html?part=behandlung-p5.
  6. https://www.gesundheitsinformation.de/was-kann-ich-selbst-fuer-meine-herzgesundheit-tun.2170.de.html?part=behandlung-p5.
  7. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen in der Ärztlichen Praxis. https://www.lipid-liga.de/fuer-aertze/empfehlungen.
  8. https://www.gesundheitsinformation.de/wann-nuetzen-statine-zur-cholesterinsenkung.2178.de.html?part=behandlung-qx.
  9. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Resilienz und Psychologische Schutzfaktoren im Erwachsenenalter. Stand der Forschung zu psychologischen Schutzfaktoren von Gesundheit im Erwachsenenalter. Stand: 01.03.2012

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