Was, wenn die Cholesterinwerte sich nicht genug senken lassen?

Wenn die hohen Cholesterinwerte nicht sinken wollen

Sie erreichen Ihre Cholesterin-Zielwerte trotz Therapie noch nicht? Bleiben Sie guten Mutes. Erfahren Sie mehr zu den Gründen und wie man Ihnen begegnen kann.

Statine allein genügen oft nicht

Oft lassen sich überhöhte Cholesterinwerte durch einen gesunden Lebensstil und Medikamente wie Statine in den Griff kriegen – aber eben nicht immer. Warum ist das so?
Wenn es bei einer Hypercholesterinämie nicht ausreicht den Lebensstil zu ändern, gelten Statine als das Mittel der Wahl der medikamentösen Therapie. Wird der Zielwert des LDL-Cholesterins im Blut nach einem oder eineinhalb Monaten nicht erreicht, sollte die Dosierung angepasst werden. Es kann auch vorkommen, dass die Zielwerte mit der bloßen Statin-Therapie nicht erreicht werden können. In solchen Fällen gibt es die Möglichkeit, weitere Medikamente mit den Statinen zu kombinieren.1
Aber nicht für alle Patienten kommen Statine infrage, zum Beispiel, wenn sie diesen Wirkstoff nicht vertragen.2,3 Von dieser sogenannten Statin-Unverträglichkeit sind zwischen 5 und 20 Prozent der Patienten betroffen.3
Treten bei Ihnen zum Beispiel Beschwerden wie Muskelschmerzen unter der Behandlung mit Statinen auf, sollten Sie diese bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ansprechen. Sie bzw. er wird dann abwägen, ob eine weitere Behandlung mit Statinen für Sie sinnvoll ist.3 Oft ist es ratsam, zunächst auf ein anderes Statin oder eine andere Dosierung umzustellen. Stellt sich heraus, dass Sie diese Wirkstoffe nicht vertragen, können eventuell Arzneimittel, die die Aufnahme von Cholesterin im Darm hemmen (Cholesterin-Resorptionshemmer Ezetimib) eine Alternative sein.4
Viele Wege führen ans Ziel – unter diesem Motto steht auch die Behandlung zu hoher Blutfettwerte. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten.
Mann tröstet seine Frau, da sie zu einer Risikogruppe für erhöhtes Cholesterin zählt

Wenn Ihre Ziele höher gesteckt sind

Wenn Sie trotz aller Bemühungen zu hohe Blutfettwerte aufweisen, kann außerdem noch ein anderer Aspekt eine Rolle spielen: Vielleicht sind „Ihre Ziele“ besonders hochgesteckt. Denn tatsächlich sind die empfohlenen Werte nicht für jeden gleich.2 Woran das liegt: Hohe Blutfettwerte steigern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – das gilt zunächst für jeden. Bestehen bei Ihnen jedoch vielleicht von vornherein bestimmte Risiken, müssen diese berücksichtigt werden. Um Sie dann bestmöglich zu schützen, gilt das Motto: Je höher Ihr Herz-Kreislauf-Risiko, desto kraftvoller die erforderlichen Maßnahmen.1 Als hohes Risiko gilt zum Beispiel, wenn bei Ihnen bereits verengte Herzkranzgefäße festgestellt wurden oder Sie schon einmal einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten. Auch bei vererbten Fettstoffwechselstörungen, der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), besonders in Kombination mit Rauchen oder Bluthochdruck, gehen Ärzte von einem hohen bis sehr hohen Risiko aus.2
Konkret auf die LDL-Cholesterinwerte im Blut bezogen, gelten daher bei einem sehr hohen Risiko Zielwerte von ˂ 70 mg/dl bzw. 1,8 mmol/l, während bei einem niedrigen bis mittleren Risiko ein LDL-Cholesterinwert von ˂ 115 mg/dl bzw. 3,0 mmol/l als Zielmarke gilt.

Ärztin beantwortet Fragen rund um hohe Cholesterinwerte

Fragen Sie nach Ihren Therapiemöglichkeiten!

Für den nächsten Arztbesuch: Damit auch keine wichtigen Fragen in Vergessenheit geraten, haben wir für Sie die wichtigsten „Fragen an den Arzt“ zum Ausdrucken und Mitnehmen zusammengefasst.

Fragen an den Arzt

Innovative Therapieansätze für Hochrisikogruppen

Wer eine ausgeprägte Erhöhung der Cholesterinwerte und eine nachgewiesene Atherosklerose oder bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlebt hat, bringt für ein erneutes kardiovaskuläres Ereignis ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko mit.5 Besonders die sogenannten „Proprotein Convertase Subtilisin/Kexin Typ 9“-Inhibitoren – kurz PCSK9-Inhibitoren – nehmen für diese Patienten bei einer ausgeprägten LDL-Hypercholesterinämie , die anderweitig nicht behandelbar ist, als alternativer Therapieansatz eine bedeutende Rolle ein.1
„PCSK9-Inhibitor“ – außer Fachleuten weiß wohl kaum jemand, was hinter diesem komplizierten Namen steckt. Wenn Sie mehr zu diesem innovativen Wirkstoff erfahren möchten, lesen Sie weiter im Kapitel „Innovativer Wirkansatz “.

Lipidapherese: Lipoproteine aus dem Blut „waschen“

Neben einem gesunden Lebensstil und Medikamenten gibt es noch eine andere, zusätzliche Möglichkeit, um LDL-Cholesterin im Blut zu reduzieren. Bei der sogenannten Lipidapherese handelt es sich um eine Art „Blutwäsche“. Vereinfacht ausgedrückt entfernt bei dieser speziellen Technik extrakorporal – also außerhalb des Körpers – ein Gerät die Fette aus dem Blut. Anschließend wird das „gereinigte“ Blut dem Patienten sofort wieder zugeführt. Die Lipidapherese ist ein relativ aufwendiges Verfahren, im Schnitt müssen Patienten zwei bis vier Stunden Zeit für eine Behandlung einplanen. Da die Werte nach einiger Zeit wieder ansteigen, muss die Lipidapherese in ein- bis zweiwöchigen Zyklen wiederholt werden.6
Die Lipidapherese ist in der Therapie der Hypercholesterinämie Ultima Ratio und kommt vor allem dann für Patienten infrage, die bereits Atherosklerose aufweisen – meist schon Herzinfarkte oder Schlaganfälle hatten – und deren LDL-Cholesterinwerte ausgeprägt und anderweitig nicht therapierbar sind.1,6

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Quellen:

  1. Parhofer, K.G: Therapie von Fettstoffwechselstörungen. Deutsches Ärzteblatt, Jg.113, Heft 15, 15.04.2016
  2. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK). ESC/EAS Pocket Guidelines. Diagnostik und Therapie der Dyslipidämien. 2016
  3. Overbeck, P.: Statin-Unverträglichkeit – neue Studie bringt mehr Licht in die Sache. GAUSS-3-Studie. 04.2016. https://www.kardiologie.org/statin-unvertraeglichkeit-neue-studie-bringt-mehr-licht-in-die-s/9975278.
  4. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen in der Ärztlichen Praxis. https://www.lipid-liga.de/fuer-aertze/empfehlungen.
  5. Hess CN et al. Differential occurrence, profile, and impact of first recurrent cardiovascular events after an acute coronary syndrome. Am Heart J 2017; 187:194-203. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ahj.2017.01.016.
  6. Deutsches Lipoproteinapherese-Register. Im Internet unter https://apherese-register.org/.

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